Website erstellen für Anfänger: Unsere Anleitung in 20 Schritten

Du willst eine eigene Website aufbauen, weißt aber nicht, wo du anfangen sollst. Genau darum geht es in dieser Anleitung. 20 Schritte, jeder baut auf dem vorherigen auf, von der ersten Idee bis zur fertigen, live geschalteten Seite. Am Ende geht deine eigene, selbstgebaute Webseite online und du kannst anfangen zu monetarisieren. Ohne Fachchinesisch und ohne unnötige Umwege.

Ich baue seit Jahren Websites auf. Die meisten Fehler am Anfang lagen bei mir an der falschen Reihenfolge, nicht an der Technik. Ich habe eine Domain gekauft, bevor die Nische überhaupt feststand. Ich habe ein Logo machen lassen, bevor ich wusste, wer meine Zielgruppe ist. Das kostet Zeit. Und meistens auch etwas Geld. Genau diese Reihenfolge zeige ich dir jetzt, welche Schritte sich für mich bewährt haben, damit du dir die gleichen Umwege sparst.

1) Nische finden

Bevor du irgendetwas kaufst oder installierst, brauchst du ein Thema, mit dem du dich monatelang oder jahrelang beschäftigen kannst, ohne die Lust zu verlieren. Am besten eignet sich ein Thema, bei dem du dich schon auskennst oder dich gern einarbeitest. Wichtig ist außerdem, dass Menschen aktiv danach suchen und der Markt nicht schon von riesigen Seiten besetzt ist.

Ein einfacher Test hilft dabei. Gib dein Thema bei Google ein und schau dir die ersten zehn Ergebnisse an. Tauchen dort nur große Marken oder Seiten mit tausenden Links auf, wird es für dich am Anfang schwer, dort mitzuhalten. Findest du zwischen den großen Namen auch kleinere, unabhängige Seiten, hast du gute Chancen.

Tipp: Schau dir zusätzlich mit einem Tool wie KWFinder an, ob überhaupt jemand nach deinem Thema sucht und wie groß das Interesse überhaupt ist. Ohne Suchvolumen bekommst du später keine Besucher, egal wie gut deine Inhalte sind.

2) Zielgruppe definieren

Steht die Nische, stellt sich die nächste Frage. Wer liest das eigentlich? Schreib dir auf, wie alt diese Person ungefähr ist, welches Problem sie hat und was sie sich von einer Lösung erwartet. „Alle, die sich für Gesundheit interessieren“ ist als Zielgruppe zu vage, damit kannst du später nichts anfangen. Schreibst du stattdessen etwas wie „Berufstätige zwischen 30 und 45, die abends wenig Zeit für Sport haben“, weißt du genau, für wen du schreibst.

Diese Beschreibung entscheidet später über deinen Tonfall, deine Themen und sogar über dein Design. Eine Seite für Einsteiger im Handwerk sieht anders aus als eine Seite für Finanzprofis.

3) Namen und Branding festlegen

Der Name sollte kurz sein, leicht zu merken und leicht zu tippen. Vermeide Bindestriche und ungewöhnliche Schreibweisen. Menschen tippen sich bei solchen Namen oft in die URL. Prüfe gleichzeitig, ob der Name noch als Domain und als Social-Media-Name frei ist. Es bringt wenig, sich in einen Namen zu verlieben, den es auf Instagram schon zehnmal gibt.

Ein kurzer Test hilft dir dabei. Sprich den Namen laut aus. Klingt er seltsam oder ist er schwer auszusprechen, überleg dir lieber einen anderen.

4) Logo und Farben erstellen

Am Anfang muss das Logo nicht perfekt sein. Es muss einfach funktionieren. Ein Tool wie Canva oder Adobe Express reicht für den Start völlig aus. Einen Grafikdesigner kannst du dir später holen, wenn die Seite wächst. Wichtiger als das Logo ist eine klare Farbauswahl. Eine Hauptfarbe, eine Akzentfarbe und dazu Grau- oder Schwarztöne für den Text reichen völlig aus.

Mein persönlicher Tipp für spannende Inspirationen für Farbkombis findest du unter https://color.adobe.com/de/explore

Speichere die Farbcodes gleich ab. Du brauchst diese Hex-Werte kurz danach wieder, wenn du dein Theme einrichtest.

5) Domain kaufen

Jetzt wird es technisch. Ich nutze für meine eigenen Projekte seit Jahren All-Inkl, nach ein paar anderen Anbietern ist das bei mir mein fester Favorit geblieben, vor allem wegen des Supports und der Preise. Bei All-Inkl kannst du Domain und Hosting getrennt buchen oder zusammen im Paket. Für den Start reicht eine .de- oder eine .at-Domain, je nachdem, welchen Markt du ansprechen willst. Achte beim Kauf darauf, dass deine Kontaktdaten korrekt hinterlegt sind. Das ist in Deutschland und Österreich Pflicht.

Kauf die Domain erst, wenn die Schritte 1 bis 3 abgeschlossen sind. Sonst kaufst du eine Domain für einen Namen, den du eine Woche später wieder verwirfst, das ist mir selbst am Anfang passiert.

6) Hosting kaufen

Das Paket „Privat +“ von All-Inkl reicht für die meisten Einsteigerprojekte locker aus. Genug Speicherplatz, unbegrenzte Datenbanken und ein WordPress-Installer sind dabei. Prüfe bei der Buchung, ob deine Domain aus Schritt 5 direkt mit eingebunden wird. Das spart dir einen zusätzlichen Schritt.

Richte dir bei dieser Gelegenheit auch gleich eine E-Mail-Adresse mit deiner eigenen Domain ein, zum Beispiel kontakt@deinename.de. Das machst du im KAS unter dem Punkt E-Mail. Eine Adresse mit eigener Domain wirkt seriöser als eine private Gmail-Adresse.

ALL-INKL.COM - Webhosting Server Hosting Domain Provider

7) WordPress installieren

All-Inkl hat im Kundenmenü, dem KAS, einen eigenen WordPress-Installer. Damit sparst du dir die manuelle Einrichtung. Du wählst deine Domain aus, vergibst einen Admin-Benutzernamen und ein sicheres Passwort. Nimm bitte nicht „admin“ als Benutzernamen. Das probieren Angreifer als Erstes aus. Nach ein paar Minuten ist WordPress fertig installiert und unter deiner Domain erreichbar.

8)SSL-Zertifikat aktivieren

Ohne SSL zeigt der Browser deinen Besuchern eine Warnung. Und Google bewertet unverschlüsselte Seiten schlechter im Ranking. Bei All-Inkl aktivierst du das kostenlose Let’s-Encrypt-Zertifikat im KAS unter dem Punkt SSL. Nach der Aktivierung dauert es meist ein paar Stunden, bis alles vollständig greift. Prüfe danach, ob deine Seite unter https:// statt http:// erreichbar ist.

9) Astra Theme installieren

Astra ist ein schlankes, schnelles WordPress-Theme und unser Favorit gerade für Einsteiger. Es lässt sich gut mit Elementor kombinieren. Ich arbeite mittlerweile bei fast jedem Projekt mit Astra, weil es leicht bleibt und trotzdem genug Möglichkeiten für individuelles Design bietet. Andere Themes habe ich mir zwar angeschaut, bin aber immer wieder zurück zu Astra gewechselt. Schau es dir unbedingt vorher hier mal an! Die Installation läuft über Design, dann Themes, dann Neues Theme hinzufügen. Suche dort nach „Astra“, installiere es und aktiviere es. Die kostenlose Version reicht für den Start eventuell aus. Falls du mehr aus deiner Webseite herausholen möchtest, dann kannst du noch immer in die kostenpflichtige Version!

10) Elementor installieren

Elementor ist der Page-Builder, mit dem du deine Seiten per Drag-and-drop gestaltest, ohne eine einzige Zeile Code zu schreiben. Auch das ist bei mir mittlerweile die feste Wahl, weil sich Elementor und Astra so gut ergänzen und ich mich in der Bedienung nicht mehr umgewöhnen muss. Die Installation läuft genauso wie bei Astra, über Plugins und dann Installieren. Nach der Aktivierung findest du Elementor direkt beim Bearbeiten jeder Seite.

Tipp: Fang ruhig mit der kostenlosen Version an – die reicht für den Einstieg. Irgendwann kommt der Punkt, wo du mehr willst, etwa automatische Artikel-Raster oder erweiterte Design-Optionen. Dann macht ein Upgrade auf Elementor Pro auf jeden Fall Sinn. Den Link dazu findest du hier.

11) Design anpassen (Farben, Schriften, Logo)

Jetzt kommen deine Farben aus Schritt 4 zum Einsatz. In den Einstellungen von Astra und Elementor legst du deine Farben und Schriftarten fest. So sieht dann jede neue Seite automatisch gleich aus. Lade dein Logo unter Erscheinungsbild, dann Anpassen, dann Website-Kennung hoch.

Nimm bei den Schriftarten nicht mehr als zwei. Eine für Überschriften, eine für den Fließtext. Mehr wirkt schnell unruhig und macht deine Seite auch langsamer.

Achte beim Hochladen von Bildern darauf, sie vorher zu komprimieren, zum Beispiel mit TinyPNG, und wenn möglich im WebP-Format zu speichern. Große, unkomprimierte Bilder sind einer der häufigsten Gründe für eine langsame Seite. Vor dem Livegang lohnt sich außerdem ein kurzer Test mit Google PageSpeed Insights, das zeigt dir, wo deine Seite noch langsam ist.

12) Wichtige Plugins installieren

Für den Start reicht eine kleine Auswahl.

  • Ein SEO-Plugin (dazu mehr in Schritt 17)
  • Ein Caching-Plugin für eine schnellere Ladezeit, zum Beispiel WP Rocket oder LiteSpeed Cache
  • Ein Backup-Plugin wie UpdraftPlus
  • Ein Sicherheits-Plugin wie Wordfence oder Sucuri
  • Ein Cookie-Plugin (dazu mehr in Schritt 14)

Installiere nicht mehr Plugins als nötig. Jedes zusätzliche Plugin ist eine mögliche Sicherheitslücke und macht deine Seite langsamer.

13) Impressum und Datenschutz anlegen

Das ist kein optionaler Schritt. Ohne Impressum machst du dich in Deutschland und Österreich angreifbar, egal ob deine Seite Geld verdient oder nicht. Für das Impressum gibt es kostenlose Generatoren, etwa von der IT-Recht Kanzlei oder von e-recht24.de. Für die Datenschutzerklärung gilt das Gleiche. Gib dort zusätzlich an, welche Plugins und Dienste auf deiner Seite Daten sammeln, etwa Analytics, Cookie-Tools oder ein Kontaktformular.

Achte darauf, dass beide Seiten von jeder Unterseite aus mit einem Klick erreichbar sind. Meist packst du sie in den Footer.

14) Cookie-Banner einrichten

Setzt du Cookies oder Tracking-Tools ein, brauchst du die Zustimmung deiner Besucher, bevor diese Cookies gesetzt werden. Ein Plugin wie Complianz oder Real Cookie Banner übernimmt das für dich. Achte bei der Einrichtung darauf, dass wirklich nichts lädt, bevor die Zustimmung da ist. Das ist ein häufiger Fehler bei Einsteiger-Seiten.

15) Startseite aufbauen

Deine Startseite sollte in wenigen Sekunden klarmachen, worum es auf deiner Seite geht und wem sie hilft. Ein kurzer Einstiegstext reicht dafür aus. Dazu eine klare Handlungsaufforderung, zum Beispiel zu deinem wichtigsten Artikel oder zur Newsletteranmeldung, und ein Hinweis auf deine Hauptkategorien. Verzichte auf lange Textwüsten auf der Startseite. Die gehören in deine Artikel.

16) Kategorien und Menü anlegen

Überleg dir drei bis sechs Hauptkategorien, die dein Thema gut abdecken. Leg sie unter „Beiträge“, dann „Kategorien“ an. Zu viele Kategorien verwirren deine Besucher und auch Google, weil die Struktur unklar wird. Dein Menü unter Design, dann Menüs sollte diese Kategorien direkt zeigen. So verstehen Besucher und Suchmaschinen sofort, wie deine Seite aufgebaut ist.

17) SEO-Plugin einrichten

Ein SEO-Plugin hilft dir, für jede Seite und jeden Artikel den Titel, die Meta-Description und die Grundstruktur für Suchmaschinen sauber zu setzen. Nach der Installation führt dich der Einrichtungsassistent durch die wichtigsten Grundeinstellungen. Dazu gehören der Seitenname, ob du eine Firma oder eine Einzelperson bist, und die Verknüpfung mit deinen Social-Media-Profilen.

Aktiviere außerdem die XML-Sitemap in den Einstellungen deines SEO-Plugins. Bei Yoast findest du sie unter Einstellungen, dann Allgemein, bei Rank Math unter Allgemeine Einstellungen, dann Sitemap. Diese Datei brauchst du im nächsten Schritt.

18) Google Search Console verbinden

Über die Google Search Console siehst du, wie Google deine Seite wahrnimmt, welche Keywords schon Klicks bringen und ob es technische Probleme gibt. Verifiziere deine Domain, am einfachsten über einen DNS-Eintrag bei All-Inkl oder über das Yoast-Plugin. Reiche danach die XML-Sitemap aus Schritt 17 ein. Das hilft Google, deine neuen Inhalte schneller zu finden und aufzunehmen.

Die Search Console zeigt dir, wie Google deine Seite sieht, aber nicht, was deine Besucher auf der Seite tatsächlich tun. Dafür brauchst du zusätzlich Google Analytics, aktuell GA4. Die Einrichtung läuft über ein kostenloses Google-Konto, du bekommst einen Tracking-Code, den du direkt im Theme oder über ein Plugin wie Site Kit von Google einbindest. Denk daran, den Analytics-Einsatz danach in deiner Datenschutzerklärung aus Schritt 13 zu ergänzen.

19) Erste Artikel schreiben (mindestens 3-5)

Bevor du live gehst, sollte deine Seite nicht komplett leer sein. Drei bis fünf gute Artikel zu den wichtigsten Fragen deiner Zielgruppe geben Besuchern und Google einen ersten Eindruck davon, wofür deine Seite steht. Wähl deine Themen danach aus, wonach Menschen tatsächlich suchen, nicht nur danach, worüber du gern schreiben willst.

Für die Recherche hilft dir die „Nutzer fragen auch“-Box bei Google, genauso wie ein Blick in Foren oder auf hilfreiche Tools wie den KW Finder. Jeder Artikel sollte eine konkrete Frage beantworten, statt nur allgemein um ein Thema herumzuschreiben.

Ein ehrlicher Hinweis dazu, was diese ersten Artikel realistisch bringen. Fünf gute Artikel allein reichen noch nicht für vordere Google-Plätze. Dafür braucht deine Seite mit der Zeit auch Backlinks, also Verlinkungen von anderen Websites. Das baut sich meist über Monate auf, zum Beispiel durch Gastbeiträge, Erwähnungen in Foren oder weil andere Blogger deine Inhalte als Quelle nutzen. Erwarte also nicht, dass dich die ersten fünf Artikel sofort auf Seite eins bringen.

20) Coming Soon deaktivieren, live gehen

Hattest du während des Aufbaus einen Coming-Soon-Modus aktiv, schaltest du ihn jetzt ab. Viele WordPress-Installationen bringen diesen Modus automatisch mit. Du findest die Einstellung meist unter Einstellungen, dann Allgemein, oder im entsprechenden Theme-Plugin. Geh vorher noch einmal die wichtigsten Punkte durch. SSL sollte aktiv sein, Impressum und Datenschutz erreichbar, der Cookie-Banner funktionsfähig und die Sitemap bei Google eingereicht.

Danach ist deine Seite live. Ab jetzt beginnt die eigentliche Arbeit. Regelmäßig neue Inhalte schreiben, Fehler beheben und die Seite anhand der Daten aus der Search Console Stück für Stück verbessern.

Bonus: Wie du mit deiner Website Geld verdienst

Deine Website ist live, aber verdienen tust du damit noch nichts. Die gängigsten Wege für den Einstieg sind Affiliate-Marketing, Werbeanzeigen und eigene Digitalprodukte.

Bei Affiliate-Marketing bewirbst du Produkte anderer Anbieter und bekommst eine Provision für jeden Verkauf über deinen Link. Meldest du dich bei einem Partnerprogramm an, achte darauf, jeden Affiliate-Link klar als Werbung zu kennzeichnen. Das ist in Deutschland und Österreich Pflicht, ein Hinweis wie „Affiliate-Link“ oder „Werbung“ direkt beim Link reicht aus.

Werbeanzeigen über Google AdSense lohnen sich meist erst, wenn du regelmäßig Besucher hast. Für die Freischaltung brauchst du unter anderem ein vollständiges Impressum und ausreichend eigenen Content.

Digitalprodukte wie ein E-Book, ein Kurs oder eine Vorlage bringen langfristig oft mehr als Affiliate-Links, brauchen aber mehr Vorarbeit. Für den Anfang reicht es, dich auf einen dieser Wege zu konzentrieren, statt alles gleichzeitig zu versuchen.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert es, eine Website nach dieser Anleitung aufzubauen?

Mit realistischem Zeitaufwand neben Job oder Studium dauert es mindestens drei bis 4 Wochen bis zum Livegang. Die ersten Artikel sind da noch nicht mitgerechnet. Wer sich regelmäßig einen ganzen Tag Zeit nimmt, schafft die technischen Schritte dann auch schneller.

Brauche ich Programmierkenntnisse?

Nein. Mit WordPress, Astra und Elementor baust du eine vollständige Website ohne Code. Programmierkenntnisse helfen später bei individuellen Anpassungen. Für den Start brauchst du sie nicht.

Was kostet der Aufbau ungefähr?

Domain und Hosting bei All-Inkl liegen meist im niedrigen zweistelligen Bereich pro Monat, je nach Paket. Theme, Page-Builder und die genannten Plugins reichen in den kostenlosen Versionen für den Start oft aus. Wer mehr will, der sollte sich ein Budget von rund 150 EUR für den Start einplanen.

Muss ich Yoast SEO nutzen, oder gibt es Alternativen?

Yoast ist eine solide, weit verbreitete Wahl, aber kein Muss. Rank Math ist eine gleichwertige Alternative mit einem etwas anderen Funktionsumfang in der kostenlosen Version.


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